SG Vorhalle – TSG Sprockhövel 4:3 (3:3)

Im Spiel gegen die SG Vorhalle zeigt die TSG Sprockhövel nur eine halbe Stunde ihr Können und muss deshalb eine bittere 3:4-Niederlage einstecken.

Im Hinspiel hatte die TSG richtig guten Fußball gezeigt und verdient mit 5:2 gewonnen, im Pokalspiel gegen den Bezirksligaabsteiger verlor sie krachend mit 0:5. Die Sprockhövelerinnen hatten also noch etwas gutzumachen – vor allem vor dem Hintergrund der Leistungen der vergangenen beiden Spiele.

Wie schon gegen Hohenlimburg und Ennepetal brauchten die Sprockhövelerinnen zu lange, um in die Partie zu finden, und die Gastgeberinnen bestraften dies sofort: Nach neun Minuten gingen sie nach einem individuellen Abwehrfehler unsererseits in Führung. Im Gegensatz zu den letzten beiden Meisterschaftsspielen versetzte dies die TSG aber nicht in Angststarre, sondern führte eher zu einer „Jetzt erst recht!“-Haltung. Und das stellte sie nur fünf Minuten später unter Beweis: Nach Vorlage von Michelle Nagel aus dem zentralen Mittelfeld erzielte Ailene Richter den Ausgleich (14.).

Mit diesem Treffer begannen die furiosen Sprockhöveler Minuten, denn zwei Minuten später brachte Helen Wenz die TSG in Führung (16.), in der 17. Spielminute erhöhte Sofie Wenz sogar auf 3:1. Die Gäste zeigten dabei, wie einfach Fußball sein konnte, indem sie ihre Gegenspielerinnen mit einfachen Doppelpässen aushebelten und sich so den Weg zum Tor bahnten. Die Devise des Trainers, sich das Selbstvertrauen zurückzuholen, was seine Mannschaft in den letzten Spielen hatte vermissen lassen, ging voll auf. Auch nach drei Toren hatte die TSG noch gute Möglichkeiten, die sie jedoch nicht nutzen konnte.

Kurze Zeit später war es wieder die SG Vorhalle, die jubeln konnte: Nach einer perfekt geschlagenen Ecke hatte Torfrau Andrea Pluta keine Chance mehr, sodass die gegnerische Stürmerin auf 2:3 verkürzen konnte (25.). Danach wurde das Spiel etwas ruhiger, doch die Sprockhövelerinnen zeigten endlich wieder Einsatz, gingen den Bällen nach und kombinierten. Einzig das konsequente Verteidigen blieb ein Manko, was ihnen letztlich den Ausgleichstreffer in der ersten Minute der Nachspielzeit bescherte: Noch geschockt von Luisa Herrmanns Knieverletzung kurz zuvor (gute Besserung an dieser Stelle), waren die Gäste gedanklich offenbar schon in der Pause und klärten einen Ball nicht richtig, der durchaus haltbare Schuss landete im Tor (45.+1).

Trainer Volker Simon tobte, dass seine Mannschaft nicht in der Lage war, eine 3:1-Führung zu halten oder sogar noch auszubauen, sondern mit dem Pausenpfiff den Ausgleichstreffer hinnehmen musste.

Nach dem Seitenwechsel kam es sogar noch dicker: Wie schon in der ersten Halbzeit war die TSG noch nicht im Spiel angekommen und konnte eine gegnerische Stürmerin nicht halten, diese legte quer, wo ihre Sturmpartnerin wartete und nur noch den Fuß hinhalten musste. 4:3 in der 49. Spielminute.

Danach wäre im Grunde noch genug Zeit gewesen, zumindest noch den Ausgleichstreffer zu erzielen, doch die Sprockhövelerinnen schienen nach der erneuten Führung der SG völlig verunsichert, gingen den Bällen nicht mehr mit so viel Nachdruck wie im ersten Durchgang nach und spielten schlicht und einfach zu viele Fehlpässe. Mit zunehmender Zeit wurden die Gäste hektisch und machten sich selbst das Leben schwer, zudem merkte man das Fehlen von Luisa Herrmann im Mittelfeld deutlich. So blieb es bei einem Tor in der 2. Halbzeit und beim 4:3 für die SG Vorhalle.

Ein Unentschieden wäre durchaus verdient gewesen, weil die TSG nicht die schlechtere Mannschaft war, was die Niederlage umso bitterer macht. Dadurch rutschen die Sprockhövelerinnen auf den 3. Tabellenplatz ab und sind nun punktgleich mit dem TSV Fichte Hagen (2.), gegen die es in zwei Wochen geht. Vorher steht aber noch das nicht minder schwere Heimspiel gegen den FC Herdecke-Ende (9er) an. Anstoß ist am kommenden Sonntag um 17 Uhr im Baumhof.

Aufstellung: Andrea Pluta, Amely van den Wildenberg (80. Maria Avanesian), Kathrin Powala, Katharina Schneider, Angelina Streicher, Carolin Terhorst, Michelle Nagel, Luisa Herrmann (46. Karen Grote), Helen Wenz, Ailene Richter, Sofie Wenz

Tore: 1:0 (9.), 1:1 Ailene Richter (14.), 1:2 Helen Wenz (16.), 1:3 Sofie Wenz (17.), 2:3 (25.), 3:3 (45.), 4:3 (49.)

Carolin Terhorst