SSV Hagen (9er) – TSG Sprockhövel 1:9 (1:5)

Bei bestem Fußballwetter gewinnt die TSG Sprockhövel ihr erstes Auswärtsspiel in dieser Saison gegen die Neunermannschaft des SSV Hagen zwar deutlich mit 1:9, bleibt dabei aber trotzdem hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Nach dem eher mäßigen Spiel gegen die TSG Herdecke am vergangenen Sonntag (7:0) und dem katastrophalen Pokalspiel gegen die SG Vorhalle am Mittwoch (0:5) wollte es die TSG heute wieder besser machen und gegen den punktlosen Tabellenvorletzten SSV Hagen drei Punkte einfahren und etwas für das eigene Torverhältnis tun.

Der SSV stand anfangs sehr tief und die Sprockhövelerinnen hatten keine Probleme die Gegnerinnen mit einfachen Kombinationen auszuspielen. Nach nur zwei Minuten zappelte der Ball das erste Mal im Netz der Hagenerinnen, Helen Wenz machte es ihrer Schwester Sofie kurze Zeit später nach und so stand es nach fünf Minuten bereits 2:0 für die TSG.

Aus Sprockhöveler Sicht hätte es so weitergehen können, doch die Gäste taten sich zunehmend schwerer. Statt die Gastgeberinnen durch das Passspiel, das die TSG in den guten Partien gegen den TSV Fichte Hagen und den FC BW Voerde gezeigt hatten, auszuspielen, spielten sie zu viele komplizierte Pässe, die häufig beim Gegner landeten. Die Sprockhövelerinnen kamen zwar oft vor das Hagener Tor, doch dort zeigten sich deutliche Mängel im Torabschluss; entweder schossen die Spielerinnen die gegnerische Torfrau an oder ließen beste Möglichkeiten am Tor vorbeisegeln. Erst nach einer halben Stunde schaffte es Kathrin Powala, den Ball zum 3:0 ins Tor zu befördern (30.), bevor Sofie Wenz mit ihrem zweiten Tor das 4:0 nachlegte (37.).

Dann jedoch kam es, wie es in einem solchen Spiel kommen musste: Die weit aufgerückte TSG, die bisher Glück gehabt hatte, dass der SSV nichts aus seinen Chancen gemacht hatte, wurde abermals überspielt, Torfrau Andrea Pluta konnte am 1:4 nichts mehr machen (39.).

Zwar hatte Svenja Zühlke vor der Halbzeit noch auf 1:5 erhöht (43.) und es war bereits klar, dass der Gegentreffer nicht spielentscheidend sein würde, doch Trainer Volker Simon ärgerte sich trotzdem – zurecht – und forderte seine Mädels auf, in der zweiten Halbzeit wieder den Fußball zu zeigen, den sie spielen konnten.

Doch auch im zweiten Durchgang änderte sich wenig. Die Gastgeberinnen, die stehend k.o. waren, beschränkten sich aufs Verteidigen. Das ging in der 55. Spielminute nur durch ein Foul an Katharina Schneider. Den anschließenden Foulelfmeter verwandelte Nicola Streicher sicher (55.). Nur zwei Minuten später traf Kathrin Powala zum zweiten Mal (57.), weitere drei Minuten schraubte Neuzugang Maria Avanesian das Ergebnis mit ihrem ersten Treffer im TSG-Trikot auf 1:8 (60.).

Danach plätscherte das Spiel wie schon in der ersten Halbzeit vor sich hin und bis auf das zweite Tor von Maria Avanesian in der 85. Spielminute zum 1:9-Endstand passierte nichts mehr.

Trotz des hohen Sieges war die Stimmung bei der TSG nach dem Spiel eher mau. Die Hauptsache sind jedoch die drei Punkte, die die Sprockhövelerinnen auf den zweiten Tabellenplatz befördern – punktgleich mit dem Tabellenführer SV Hohenlimburg II, der allerdings zwei Spiele weniger auf dem Konto hat. Am kommenden Sonntag erwartet die TSG Sprockhövel den VfL Gennebreck, gegen den sie sich in der vergangenen Saison äußerst schwer getan hat, es nun aber besser machen und weitere drei Punkte einfahren will. Anstoß ist um 17 Uhr im Baumhof.

Aufstellung: Andrea Pluta, Vanessa Neise, Jara Möller, Svenja Zühlke, Kathrin Powala, Katharina Schneider, Carolin Terhorst (46. Nicola Streicher), Sofie Wenz, Helen Wenz (24. Maria Avanesian)

Tore: 0:1 Sofie Wenz (2.), 0:2 Helen Wenz (5.), 0:3 Kathrin Powala (30.), 0:4 Sofie Wenz (37.), 1:4 (39.), 1:5 Svenja Zühlke (43.), 1:6 Nicola Streicher (FE/55.), 1:7 Kathrin Powala (57.), 1:8, 1:9 Maria Avanesian (60., 85.)

Carolin Terhorst