Siegen. Sprockhövels Trainer Andrius Balaika war nach dem Abpfiff reichlich geknickt. Die Stimmungslage des Litauers war innerhalb weniger Stunden gekippt.

Enttäuschung und auch ein bisschen Ratlosigkeit machten sich nach dem Spiel breit. Dabei hatten die Sprockhöveler die Reise nach Siegen mit einem guten Gefühl angetreten, wenngleich es im Abschlusstraining noch einmal eine schlechte Nachricht gegeben hatte. Denn Flügelspieler Christopher Antwi-Adjej, der schon im Spiel gegen die U 23 von Schalke 04 gefehlt, sich aber jetzt während der Woche wieder fit gemeldet hatte, musste die Trainingseinheit vorzeitig abbrechen.

Antwi-Adjej war aber auch der einzige Ausfall, ansonsten konnte Balaika auf dem Vollen schöpfen. Der Trainer entschied sich dann für ein vertrautes 4-2-3-1-System – mit Tim Oberdorf, Raoul Meister, Patrick Polk und Orhan Dombayci in der Viererkette, Tim Dudda und Adrian Wasilewski im zentralen Mittelfeld, Alpay Cin und Emre Demir auf den Außen, Christian März als hängender Spitze und Max Claus ganz vorne.

Siegens Trainer erleichtert

„Wir hatten eine sehr gute Trainingswoche und uns für das Spiel gegen Siegen auch sehr viel vorgenommen“, sagte Balaika. „Es ging ja für beide Mannschaften um viel, es war ein richtungsweisendes Spiel, in dem wir dann 30 Minuten alles im Griff hatten.“

Zu diesem Zeitpunkt lagen die Sprockhöveler ja auch noch in Führung. Aber was dann geschah, konnte der TSG-Trainer nicht so richtig erklären. „Wir haben nach dem 1:1 völlig den Faden verloren und es unserem Gegner viel zu leicht gemacht. Siegen hat uns dann mit einfachen Mitteln vier Tore eingeschenkt.“

Andrius Balaika war also tief enttäuscht, sein Gegenüber, Ottmar Griffel, dagegen sichtbar erleichtert. Denn Siegens Trainer hatte noch die 1:7-Pleite gegen Oberhausen im Hinterkopf. „Natürlich hat das für Verunsicherung gesorgt“, sagte Griffel. „Und die wurde nach dem 0:1-Rückstand noch ein bisschen größer. Letztlich war unser Sieg dann aber verdient. Auch in der Höhe. Das war eine Antwort auf das Spiel in Oberhausen, und ich hoffe, dass wir jetzt den Hebel umgelegt haben.“

Heiner Wilms

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