Der Druck steigt in Sprockhövel

Gegen Arminia Bielefeld droht das Abrutschen in den Keller. Einerseits Grund zur Sorge – andererseits auch der Weg zurück in die Normalität. Seit fünf Wochen ist die TSG Sprockhövel in der Oberliga sieglos. Drei Spieler sahen in diesem Zeitraum die Gelb-Rote Karte. Mit Tim Dudda fällt der Kapitän und wichtigste Spieler lange aus.

In diesem Zeitraum hat die TSG immerhin dreimal Unentschieden gespielt, dabei aber zwei 2:0-Führungen aus der Hand gegeben. Auch drei Punkte aus dem eigentlich gewonnen Spiel gegen den TSV Marl-Hüls wurden nach dessen Rückzug vom TSG-Konto abgezogen. Das Ergebnis: Zehn Spiele, zehn Punkte, Platz 14.

Paderborn-Spiel als Vorlage für Bielefeld

Trainer Andrius Balaika bereitet der Negativstrudel einige Sorgen. „Mit jedem Gegner steigt der Druck und mit jedem Spiel wird es schwieriger“, sagt Balaika. Vor allem die immer wieder späten Gegentore und hektischen Schlussphasen, das sei „alles Kopfsache“. Dabei zieht er genau solch eine Partie als Blaupause für das Spiel gegen Arminia Bielefeld II am Sonntag in der GFT-Arena im Baumhof heran (So., 15 Uhr).

Vor zwei Wochen spielte die TSG 2:2 gegen den SC Paderborn 07, hatte dabei 80 Minuten lang alles im Griff, führte 2:0. Balaika erinnert sich: „Dann machen wir ein Eigentor, das kann passieren. Im Gegenzug müssen wir das 3:1 machen, stattdessen kriegen wir in genau der Szene eine Gelb-Rote Karte – und dann in Unterzahl fängt man an, nachzudenken.“

Das Paderborn-Spiel macht aber auch Mut: „Uns erwartet mit Bielefeld ein ähnlicher Gegner, spielerisch stark top ausgebildet. Wir müssen die gleiche Einstellung zeigen wie gegen Paderborn – da hat sich bis zur 80. Minute nichts angedeutet. So müssen wir 90 Minuten konzentriert spielen.“

Richtungsweisende Duelle im Tabellenkeller

Es ist ein richtungsweisender Spieltag. Die Plätze 11 bis 16 in der Tabelle stehen sich in direkten Duellen gegenüber. Sprockhövel (14) gegen Bielefeld (11), Lippstadt (13) gegen Paderborn (16), Gütersloh (15) gegen Ennepetal (12). Für die Verlierer wird es ungemütlich.

„Klar ist diese Situation ein Thema, das ist nichts Neues“, sagt Balaika. „Aber diese Situation liegt nicht an unseren Gegnern, sondern das haben wir uns selbst eingebrockt. Jetzt müssen wir schnell punkten.“ Keine Frage, Druck hat die TSG.

Balaika versucht dabei den Spagat zwischen hohen Erwartungen und Realismus. „Die Situation kennen wir im Verein. Es ist ja nicht so, dass wir in der Oberliga immer oben mitgespielt haben.“ Im Gegenteil, bis Balaikas Amtsantritt war die TSG ein ständiger Abstiegskandidat. Den direkten Wiederaufstieg hat nach dem Umbruch im Sommer wohl auch keiner erwartet. Den Abstiegskampf aber sicher auch nicht. Auch nicht Balaika.

„Ich erwarte jetzt eine Trotzreaktion“

„Keiner darf sich zu sicher sein. Wir dürfen nicht das Gefühl haben: Das wird noch, irgendwann holen wir Punkte, wir sind ja keine schlechte Mannschaft. Ich erwarte jetzt eine Trotzreaktion.“

Die Saison ist mehr als zwei Monate alt. Die neu zusammengestellte Mannschaft brauchte Zeit, sich zu entwickeln. – die hatte sie. Rückschläge waren eingepreist. Aber jetzt müssen endlich mal wieder drei Punkte her.

DIE PERSONALMISERE REISST NICHT AB

Aziz Budak, der gegen Haltern kurzfristig ausgefallen war, hat wieder trainiert. Er könnte zurück ins Team kehren. Ein Einsatz von Max Claus (umgeknickt) und Yüksel Terzicik (Knieprobleme) ist dagegen sehr fraglich.

Balaika: „Ich werde wohl wieder einige Umstellungen vornehmen müssen.“

Philipp Ziser

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