Elsamed Ramaj bringt die TSG Sprockhövel in die Spur

Mit seinem Treffer nach 39 Minuten leitet Offensivmann Elsamed Ramaj den TSG-Sieg gegen die U 23 von Arminia Bielefeld ein.

Die Spieler der TSG Sprockhövel strahlten alle auf dem Weg in die Kabine, manche rangelten und knufften sich wie große Kinder, andere hatten einfach ein ganz breites Grinsen – deutlich war zu sehen, wie viel Druck von den Blauen abgefallen war nach dem 2:0 gegen Arminia Bielefeld. Ganz großen Anteil hatte daran einer, den viele gar nicht auf dem Zettel hatten: Elsamed Ramaj war der Mann des Spiels.

Mit seinem Tor zum 1:0 nach 39 Minuten löste er den Bann nach einer anstrengenden, teilweise nervösen ersten Halbzeit. Und mit seiner Vorlage zum 2:0 in der Nachspielzeit zerstreute er auch die letzten Bedenken, dass die TSG mal wieder einen Vorsprung verspielen könnte. „Das war besser als die letzten Spiele“, sagte Ramaj dann nach Abpfiff auch glücklich. „Wir haben vom Anfang bis zum Ende konzen­triert gespielt und nicht wieder 2:0 geführt und dann noch unentschieden gespielt.“

Seine Mitspieler rufen ihn auf dem Platz nur Eli

Beim Auftakt gegen Herne stand er in der Startelf, dann erstmal nicht mehr. Erst einen Monat später, als Andrius Balaika im Anschluss an das Debakel in Brünninghausen seine Mannschaft auf links drehte, tauchte er wieder in der Anfangsformation auf, im Pokalspiel gegen Haltern. Da war er einer der wenigen, die offensiv auf sich aufmerksam machen konnten. Und seitdem hat Balaika den Linksaußen nicht mehr aus der ersten Elf genommen. Zum achten Mal in Folge spielte er gegen Bielefeld von Beginn an.

Klein, wendig, schnell und extrem kampfstark

So war es kein Wunder, wem sein erster Dank nach dem 1:0 galt – schnurstracks rannte Ramaj zur Trainerbank und fiel Andrius Balaika um den Hals. „Er motiviert mich vor jedem Training und nach jedem Training und hilft mir, dass ich besser werde“, erklärt Ramaj.

Ramaj entspricht dem Lieblingsspielertyp von Trainer Balaika: Eher klein und wendig, aber schnell und vor allem kampfstark – seine defensive Qualität bewies Ramaj gegen Bielefeld nach einer guten halben Stunde, als er einen aussichtsreichen Bielefelder Konter am eigenen Sechzehner stoppte. Damit passt er perfekt ins Anforderungsprofil der TSG. Dass er das erst dazulernen musste, gibt Ramaj aber zu.

Nach dem Spiel gibt es ein Sonderlob vom Trainer

Im Sommer kam er vom Landesligisten SV Hohenlimburg und brauchte etwas, um sich an das neue Niveau anzupassen. „Ich komme aus einer unteren Liga und musste mich sehr verbessern“, so Ramaj über den Sprung. „Ich arbeite jetzt viel mehr in der Defensive und verteidige besser.“ Ob er überrascht sei, zwei Ligen höher so schnell zum Stammpersonal zu gehören? „Ich arbeite hart, auf und neben dem Platz. Und das ist das Ergebnis.“

Das zahlt sich aus. Schon gegen Paderborn hatte er das 1:0 erzielt, gegen Bielefeld wieder. Bei einem Befreiungsschlag schaltete die Arminia-Abwehr ab, als John Buceto im Abseits stand. Doch der Ball flog viel weiter, und nur Elsamed Ramaj war wach: „Ich habe gesehen, dass der lange Ball sehr lange in der Luft war und habe daran geglaubt, ihn kriegen zu können, habe durchgezogen. Dann bin ich zum Glück cool geblieben vor dem Torwart und habe das 1:0 gemacht“, schildert Ramaj die Situation.

In der Schlussphase, als alle schon auf dem Zahnfleisch gingen und den Abpfiff herbeisehnten, war es wieder Ramaj, der nicht aufhörte: Statt den Ball einfach ins Aus zu schlagen, ging er noch einmal ins Dribbling, an zwei Verteidigern vorbei und legte Yüksel Terzicik das 2:0 auf. „Das hat Eli super gemacht“, sagte Andrius Balaika nach dem Spiel – das einzige Sonderlob, das der Trainer speziell an einen Spieler verteilte. Elsamed Ramaj hatte es sich verdient.

Philipp Ziser

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