Direkt zu Saisonbeginn konnten die Damen der TSG Sprockhövel einen Kantersieg feiern: Gegen die neugegründete SpVg Hagen 11 gewannen die Sprockhövelerinnen mit einem souveränen 11:0 (5:0).

Man merkte deutlich, dass die Sommerpause frischen Wind in die Mannschaft vom Baumhof gebracht hatte: Der neue Trainer Domingos de Castro stellte seine Mädels, wie schon beim Stadtmeistertitelgewinn gegen den VfL Gennebreck und in diversen Freundschaftsspielen, in einem 4-4-2-System auf. Trotz der Tatsache, dass sich die TSG mittlerweile eigentlich an die beiden Viererketten gewöhnt hatte, wollte zu Beginn so gar nichts funktionieren. Zwar dominierten die Sprockhövelerinnen das Spiel deutlich, doch die hoch stehende Abwehrkette der Gäste verwirrte sie offenbar. Anstatt die Bälle in die Schnittstellen zu spielen und so gefährlich in die Spitze zu kommen, machten die Gastgeberinnen es viel zu kompliziert. Das 1:0 durch Sofie Wenz nach einer Viertelstunde war trotz der Startschwierigkeiten auch zu diesem Zeitpunkt schon verdient, allerdings deutete noch nichts auf das mehr als deutliche Endergebnis hin.

Nach und nach lernte die TSG Sprockhövel aber, wie sie den Gegner ausspielen und zum Tor gelangen konnte; viele Doppelpässe und ein aggressives Pressing halfen ihr dabei. Die Spielvereinigung aus Hagen störte das Sprockhöveler Spiel zwar, kam jedoch kaum aus der eigenen Hälfte heraus. Torfrau Andrea Pluta bekam im Prinzip nur deshalb ab und zu den Ball an den Fuß, wenn ihr Team das Spiel über sie aufbauen wollte.

In der 24. Spielminute erzielte Carolin Terhorst mit einem Sonntagsschuss das 2:0 und spätestens ab diesem Zeitpunkt lief die Partie sehr einseitig ab. Mit drei Treffern innerhalb von nur fünf Minuten kurz vor der Halbzeit (40., 42., 45.) schossen Vanessa Neise und Maren Ullerich ihre Mannschaft zum 5:0-Pausenstand.

Trainer Domingos de Castro war in der Halbzeitansprache hochzufrieden mit der gesehenen Leistung, mahnte aber, nicht nachzulassen. Zwar waren die Sprockhövelerinnen zu keiner Zeit in Bedrängnis geraten, doch zur Zielvorgabe, im ersten Spiel direkt ein Ausrufezeichen zu setzen, reichte es noch nicht (zumal der Gegner der kommenden Woche SV Hohenlimburg II sich morgens schon mit 6:0 gegen den TSV Fichte Hagen durchgesetzt hatte).

Schon zu Beginn der zweiten Halbzeit merkte man deutlich, dass die Gäste dem Druck der TSG nicht wie in der ersten Viertelstunde des ersten Durchgangs würden standhalten können. Carolin Terhorst erzielte kurz nach Wiederanpfiff nach einer Hereingabe von Maren Ullerich den sechsten Treffer der Partie (47.).

Nun machte sich die im Gegensatz zu letzten Saison deutlich offensivere Aufstellung bemerkbar: Wie im Training liefen die Sprockhövelerinnen viel, gingen früh auf den Ball und setzten den Gegner so unter Druck. Konditionell, spielerisch und kämpferisch war die TSG die klar bessere Mannschaft. Was die Sprockhövelerinnen boten, war wirklich guter Fußball und die meisten Tore waren keine Zufallsprodukte, wie es in der Vergangenheit häufiger den Eindruck gemacht hatte, sondern entstanden aus schönen Zusammenspielen. Ab der 60. Spielminute feierte die TSG ein wahres Schützenfest und außer Carolin Terhorst und Vanessa Neise (60., 80.) reihte sich auch Ailene Richter mit drei Treffern in die Torschützenliste ein (63., 68., 82.).

Am Ende des Tages siegten die Sprockhövelerinnen völlig verdient mit einem 11:0, mit dem die Gäste noch gut bedient waren, da die TSG viele Chancen liegen ließ. Die Zielvorgabe für die Partie wurde also schon einmal erfüllt, spannend wird es aber erst am kommenden Sonntag, denn gleich am 2. Spieltag kommt es in der Frauen-Kreisliga A zum Spitzenspiel: Für den Tabellenführer TSG Sprockhövel geht es dann zum Zweiten des SV Hohenlimburg II. Anstoß ist um 11 Uhr im Kirchenberg Stadion in Hagen.

Aufstellung: Andrea Pluta, Nicola Streicher, Ailene Richter, Stephanie Filipczyk, Vanessa Kazmirzak, Angelina Streicher, Maren Ullerich, Sabine Wittenbrink, Sofie Wenz (46. Mareike Seebold), Carolin Terhorst, Vanessa Neise (46. Karen Grote)

Tore: 1:0 Sofie Wenz (15.), 2:0 Carolin Terhorst (24.), 3:0 Maren Ullerich (40.), 4:0 Vanessa Neise (42.), 5:0 Maren Ullerich (45.), 6:0, 7:0 Carolin Terhorst (47., 60.), 8:0, 9:0 Ailene Richter (63., 68.), 10:0 Vanessa Neise (80.), 11:0 Ailene Richter (82.)

Carolin Terhorst