Aachen/Sprockhövel. Sprockhövels Trainer Andrius Balaika musste erst einmal schlucken, als er bei der Pressekonferenz um einen Kommentar zum Spiel gebeten wurde. Offensichtlich hatte auch den Litauer die Atmosphäre auf dem Tivoli beeindruckt.

„Mir wird jetzt noch einmal bewusst, was wir in der letzten Saison geschafft haben“, sagte Balaika. „Jetzt durften wir in diesem wunderbaren Stadion vor tollen Zuschauern spielen. Das war ein überragendes Gefühl für uns.“

Mit dem Auftritt seiner Mannschaft war Balaika absolut zufrieden. Die habe nämlich sicher gestanden und dann auch gut umgeschaltet. Zudem sei ihm klar gewesen, dass Aachen nach torloser erster Halbzeit nach dem Wechsel viel Druck ausüben werde. „Doch diesem Druck haben wir standgehalten“, sagte der Trainer, der in der ersten Halbzeit die besseren Torchancen für die TSG gesehen hatte.

Diese Ansicht wollte Aachens Trainer Fuat Kilic allerdings nicht teilen. Kilic wirkte schon etwas enttäuscht, als er sagte: „Das 0:0 fühlt sich an wie eine Niederlage. Aber auch Sprockhövel hat gute Jungs. Und man kann nicht davon ausgehen, dass wir Sprockhövel hier einfach weghauen.“

Aachens Trainer weiß natürlich genau, dass die Erwartungshaltung im Umfeld des ehemaligen Bundesligisten enorm hoch ist. Doch ein großer Name garantiert ja bekanntlich nicht automatisch für Siege, was Kilic wohl meinte, als er anmerkte: „Auch Bayern München spielt manchmal unentschieden. Klar, wir sind Alemannia Aachen, aber wir spielen jetzt in der Regionalliga , und wir haben vor dieser Saison den Etat gekürzt.“

Während die Sprockhöveler nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Florian Heien mit ihrem Anhang feierten, mussten sich die Alemannen auch einige Pfiffe anhören. Während der 90 Minuten hatten Aachens Fans ihre Mannschaft aber lautstark unterstützt, was dann auf dem erst vor sieben Jahren fertiggestellten neuen Tivoli schon ein bisschen für Bundesliga-Atmosphäre sorgte.

Allerdings waren die 5 300 Zuschauer dann auch richtig aufgeregt, als der Schiedsrichter den Aachenern einen Treffer verweigerte. Denn in der 78. Minute war der Ball ins Sprockhöveler Netz gerollt, doch der Unparteiische hatte ein Foul an TSG-Torwart Robin Benz gesehen. „Ich weiß nicht, ob es ein Foul war, ich glaube, eher nicht“, sagte Fuat Kilic, der dann aber auch zugab: „Ich konnte die Szene aus meiner Perspektive nicht richtig sehen. Dafür war ich zu weit weg.“

Heiner Wilms

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