Sprockhövel. Aufsteiger TSG Sprockhövel startet am Samstag, 30. Juli, um 14 Uhr im Baumhof-Stadion gegen den SV Rödinghausen in das Abenteuer Fußball-Regionalliga. Während Erfolgstrainer Andrius Balaika sportlich in die Zielgeraden der Vorbereitung geht, hat das Team hinter dem Team ebenso schweißtreibend gearbeitet wie die Kicker selbst. Vor allem Geschäftsführer André Meister hatte mit der Erstellung und Umsetzung der Sicherheitskonzepte für die beiden Stadien im Baumhof und am Hagener Ischeland, wohin die TSG bei den sogenannten Risikospielen ausweichen wird (das erste Mal schon am 20. August gegen Dortmund II, danach wieder am 22. Oktober gegen den Wuppertaler SV), viel zu tun.

Ein Ausweichstadion und die Sicherheitskonzepte waren die Voraussetzungen für die Vergabe der Regionalliga-Lizenz durch den Westdeutschen Fußballverband. Meister berichtetet von einer Zeit der nervenaufreibenden Sitzungen. „Rund fünf Wochen, immer Abends nach 20 Uhr bis in die Nacht“, sagt der 40-Jährige, der auf mehr als 50 Seiten die vom Verband geforderten Sicherheitsmaßnahmen festgehalten hat. Dabei mussten die unterschiedlichen Gegebenheiten und die erwarteten Zuschauerzahlen in den beiden Stadien berücksichtigt werden.

Sicherheitskonzepte für zwei Stadien sind erforderlich

„Schließlich sind die Sicherheitsanforderungen in einem Stadion, in das 10 600 Zuschauer passen, ganz anders als in einem, in dem 1800 Besucher Platz haben“, sagt Meister. Das erkläre, warum das Heft des Hagener Stadions doppelt so viele Seiten hat wie das zum Baumhof.

Ohne die Partnerschaft mit dem Security Service STS aus Haßlinghausen, der zu jedem Heimspiel mindestens 50 Secu-rity-Leute einsetzt, wären die Anforderungen kaum erfüllbar. Auch finanziell wird es für den Verein ein Kraftakt sein. Alleine die beiden Zäune, die in den beiden Stadien auf den Tribünen zur Trennung der Fangruppierungen installiert wurden, haben bisher rund 35 000 Euro verschlungen.

„In Hagen mussten wir eine Firma engagieren. In Sprockhövel haben wir die Einbetonierung der Zäune durch fachliche Unterstützung selbst vornehmen können“, berichtet Meister. Daher ist der „Mann für viele Fälle“ weiterhin auf der Suche nach möglichen Sponsoren und Gönnern. „Wir haben einige neue Unterstützer bekommen. Aber wir brauchen halt noch einige dazu“, betont der Geschäftsführer, der gerade die Marketingabteilung neu strukturiert, die Bedeutung der regionalen Gewerbetreibenden.

Von der Stadt Sprockhövel darf die TSG indes keine finanzielle Unterstützung erwarten. „Wenn der Verein diesen Weg gehen will, muss er die Kosten der nötigen Veränderungen im Stadion in erster Linie selbst tragen“, hatte Ralph Holtze, Chef der Zentralen Gebäudebewirtschaftung der Stadt (ZGS), bereits im Oktober zu verstehen gegeben. Sogar die Parkplatzbeschilderung zu den Spielen muss der Verein selbst übernehmen.

Ein großes Lob gibt es besonders für die Helfer in Hagen

Groll hegt bei der TSG deshalb keiner gegenüber der Stadt. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt, Feuerwehr und Polizei war überall klasse. Sie haben uns mit Rat und Tat unterstützt“, lobt André Meister neben dem Verband auch die jeweiligen Ämter in den Städten Sprockhövel, Schwelm, Hattingen und Hagen. Gerade die Hagener scheinen sich auf ihre Gäste zu freuen. „Deren Einsatz dort ist wirklich grandios. Die haben sogar Flyer für die Gästefans erstellt, damit sie sich im Stadion und der Stadt zurechtfinden“, erzählt Meister begeistert. Auch bei ihm überwiegt die Vorfreude auf die neue Liga. „Die Spannung steigt immer mehr“. Aber die Abende gehören jetzt wieder seinen beiden Kindern und seiner Frau.

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