Spieler und Verantwortliche der TSG Sprockhövel tun sich noch schwer, das 3:3 gegen den SC Wiedenbrück einzuordnen.

Ein gewonnener Punkt oder zwei verlorene? Die Stimmung bei der TSG Sprockhövel war gespalten nach dem 3:3 gegen den SC Wiedenbrück. Die TSG war zwar über weite Strecken die bessere Mannschaft, lief aber nach einer guten Stunde einem 0:3-Rückstand hinterher.

„Unter den Vorzeichen, dass wir unbedingt Punkte brauchen, ist es schon ein wenig enttäuschend“, fand Raoul Meister, „aber nach dem Spielverlauf müssen wir natürlich sehr zufrieden sein. Aber genau gegen solche Mannschaften aus dem Mittelfeld müssen wir auch mal drei Punkte sammeln.“

TSG-Kapitän Meister lief erstmals in einem Regionalliga-Heimspiel für Sprockhövel auf, zwar noch nicht vollständig schmerzfrei, wie er nachher einräumte, „aber das ist okay“. Nachdem er sich spielfähig gemeldet hatte, hatte Trainer Balaika ihm freigestellt, auf der Bank zu beginnen oder direkt zu spielen. Meister übernahm Verantwortung und traf zum wichtigen 2:3-Anschluss zehn Minuten vor Abpfiff – mit voller Gewalt.

Dass es überhaupt zu dieser Aufholjagd kommen musste, ärgerte Meister unglaublich. Ob da nicht mehr drin gewesen wäre? „Wenn wir nicht solche Geschenke verteilen würden…“, musste die Nummer sieben ihren Satz nicht zu Ende bringen, um das bittere Gefühl auszudrücken. „Das 0:2 ist ein klares Geschenk, auch beim Dritten müssen wir es viel besser verteidigen“, kreidete er an. Beim 0:2 war er mittendrin, hätte klären können – zog aber zurück, weil Tim Dudda ihm den Ball vom Fuß nahm und ihn dann direkt verlor. Der war nachher schuldbewusst: „Ja, da kann er vielleicht rufen, aber ich muss das auch anders machen. Nach den Toren kann man immer nur sagen: Hätte nicht sein müssen“, beschrieb er das Gefühl, dass die Sprockhöveler regelmäßig kennenlernen – überflüssige Gegentore zu kassieren.

Tim Oberdorf, der bei den ersten beiden Gegentoren noch nicht auf dem Feld stand, sah es ganz ähnlich: „Man steht dann da und fragt sich nachher, ob das denn jetzt so nötig war.“ Der Außenverteidiger fand: „Wenn man 0:3 hinten liegt, ist ein 3:3 schon ein Erfolg, für uns ist jeder Punkt prima. Ob wir dann damit zufrieden sind, müssen wir vielleicht einmal drüber schlafen und nochmal trainieren“, war er sich nicht sicher. Er bleibt aber optimistisch: „Wir haben gepunktet und zeigen gute Leistungen. Wir kennen unsere Fehler und wissen, wo wir in den nächsten Wochen anpacken müssen.“

Tim Dudda war nicht ganz so zufrieden: „Es fängt mit dem schnellen Gegentor wieder an wie in Gladbach. Nach drei Minuten ist der ganze Plan über den Haufen geworfen.“ Ob man nicht hätte gewinnen müssen? „Wir wollen jedes Spiel gewinnen.“

Während Trainer Andrius Balaika nach Außen hin vor dem Spiel keinen Druck aufgebaut hatte, war die Marschroute in der Kabine klar, zumindest für Dudda: „Wir haben gesagt, dass wir unbedingt punkten müssen, sonst sieht es böse aus in der Tabelle. Immerhin einen Zähler haben wir geholt.“

Ein Punkt, der angesichts der Leistungsstärke des Gegners aber eigentlich zu wenig ist. Andrius Balaika sah es in der Pressekonferenz ganz realistisch: „Der Punkt hilft uns in der Tabelle nicht wirklich, aber für die Moral ist er Gold wert.“

Philipp Ziser

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