Balaika sieht kein Problem in Sachen Disziplin

TSG Sprockhövel - ASC Dortmund 3:3 -- Oberliga Westfalen, Saison 17/18

Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gab er noch sein Statement ab. Dann hatte er aber erst einmal genug, stellte das Handy auf lautlos und wollte nur noch seine Ruhe haben. Mit ein bisschen zeitlichem Abstand äußerte sich TSG-Trainer Andrius Balaika aber doch noch einmal ausführlich zum Spiel gegen Paderborn, das nach einer 2:0-Führung letztlich 2:2 endete.

Enttäuscht hat man Sie nach verlorenen Spielen ja schon öfter erlebt. Doch diesmal war es ein bisschen anders. Oder?

Ja, das kann man so sagen. Das war schon ein kleiner Schockzustand.

Der wodurch herbeigeführt wurde?

Durch die letzten Minuten des Spiels. Wir hatten in der ersten Halbzeit ja sehr gut begonnen und schnell und direkt gespielt. Wir sind dann auch zeitig in Führung gegangen, haben es aber verpasst, das zweite Tor nachzulegen. Es war klar, dass Paderborn nach dem Wechsel mehr machen würde, doch wir haben dann ja doch noch das 2:0 geschafft. Ich habe es in dieser Phase, also so nach 70 bis 75 Minuten überhaupt nicht für möglich gehalten, dass da noch etwas passieren könnte. Für mich war klar, dass wir dieses Spiel gewinnen würden.
Aber dann ging es plötzlich drunter und drüber. Erst gab es nach einer strittigen Szene hitzige Diskussionen auf dem Platz, kurz darauf schon ein Eigentor, später einen Platzverweis.
Ein Eigentor kann ja einmal passieren, alles andere aber nicht. Wir hatten dann ja noch die Chance zum 3:1, und kurz darauf fällt das Gegentor. Der Platzverweis von Emre Demir war natürlich völlig unnötig. Seine zweite Gelbe Karte hat er nach einer Szene im gegnerischen Strafraum bekommen.

Für Ihre Mannschaft war es ja nicht der erste Platzverweis in dieser Saison. Gibt es bei der TSG ein Problem mit der Disziplin?

Das glaube ich nicht, obwohl die Frage absolut berechtigt ist. Denn fast die Hälfte unserer Spiele haben wird ja nicht komplett beendet. Doch jede dieser Karten hat eine eigene Geschichte. Viele Karten waren unberechtigt. Zum Beispiel die gegen Aziz Budak oder Tim Dudda. Wir haben hier gute Jungs im Kader. Dazu zählt ganz klar auch Emre Demir, auch wenn seine letzte Karte unnötig war.

Noch einmal zu den letzten Ergebnissen: Es war wieder ein Spiel, dass Ihre Mannschaft eigentlich gewinnen musste, aber am Ende gab es wieder nur einen Punkt. So steht die TSG nur auf Platz 13. Machen Sie sich Sorgen?

Noch nicht. Aber es ist natürlich klar, dass die ganze Sache auch irgendwann nach hinten losgehen kann. Weil es jetzt drei Unentschieden und nicht drei Siege gab, fehlen schon einmal sechs Punkte. Und dann sind auch noch die drei Punkte aus dem gewonnenen Spiel gegen den TSV Marl-Hüls weg, weil Marl-Hüls zurückgezogen hat. Macht zusammen also schon neun. Wir haben jetzt nur zehn Punkte, könnten aber 19 haben. Dazwischen liegen Welten. Und man muss jetzt aufpassen, dass man nicht weiter unten reinrutscht.

Halten Sie das für möglich?

Da gehört die Mannchaft nicht hin. Denn wir haben einen sehr guten Kader. Und wir sind schon ein bisschen stolz darauf, dass wir einen solchen Kader zusammenbekommen haben. Das war nach dem großen Umbruch, den es nach dem Abstieg aus der Regionalliga gegeben hat, ja auch nicht selbstverständlich. Aber es ist schon klar, dass wir jetzt aufpassen müssen.

 

 

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Heiner Wilms