Als Andrius Balaika am Montagnachmittag die Nachricht bekam, dass das Spiel der TSG Sprockhövel bei Westfalia Herne am Samstag abgesagt sei, musste er nicht lange überlegen, was er tun sollte. Er gab seiner Mannschaft Bescheid: Winterpause!

„Jetzt noch irgendwas zu machen, hätte keinen Sinn ergeben. Unser Platz ist sowieso gesperrt. Deshalb war es gut, dass die Absage schon so früh kam.“ Bereits sechs Tage vor dem Spiel hatten die Herner sich gemeldet, zur Freude von Balaika: „Wäre die Absage erst Freitagabend gekommen, hätten wir die ganze Woche rumgeeiert und Gedanken gemacht, wo wir trainieren können.“ Das konnten die Sprockhöveler sich so sparen.

TSG spielt nur den WAZ-Pokal in der Halle

Und auch wenn die TSG mit dreizehn Punkten aus den vergangenen fünf Oberliga-Spielen blendend in Form war: Angesichts der Tatsache, dass die Vorbereitung auf das Spiel wohl chaotisch und suboptimal verlaufen wäre, ist Balaika auch nicht traurig, dass das Spiel ausfällt. „Es wäre für beide Teams schwierig gewesen – es ist jetzt gut so, wie es ist.“
Erst zum WAZ-Pokal zwischen den Jahren wird Balaika seine Spieler wiedersehen, das von der TSG ausgerichtete Turnier in der Glückauf-Halle ist auch der einzige Auftritt in der Halle. Eine Woche nach Neujahr lädt er dann zum Trainingsauftakt – bis dahin wird es ganz ruhig rund um den Baumhof und die Sprockhöveler GFT-Arena – es gibt schlicht nicht viel zu tun.

Nur auf einer Position Handlungsbedarf

Nach einigen Schwierigkeiten zu Saisonbeginn – keine Überraschung nach dem personellen Aderlass nach dem Abstieg – steht Sprockhövel auf einem angenehmen achten Rang. Da durch die Rückzüge von Marl-Hüls und Hassel zwei Absteiger bereits feststehen, droht keine Gefahr. Und personell wird sich auch wenig bis gar nichts tun in Balaikas Kader.

Ergänzungsspieler Felix Benz hat seinen Abschied angekündigt, er wechselt wohl in die Oberliga Niederrhein zum SC Düsseldorf-West. „Wir sind mit Qualität und Quantität des Kaders zufrieden, deshalb glaube ich nicht, dass wir personell zulegen werden“, sagt Balaika, der sich im Frühjahr ja auch noch auf die Rückkehr von Kapitän Tim Dudda freuen kann. Nur einen Ersatztorwart wollen die Sprockhöveler noch holen.

Vom Aufstiegskampf will Balaika nichts wissen

Mit fünf Punkten Rückstand auf Platz zwei (punktgleich mit Top-Favorit Schalke 04 II) ist Sprockhövel sogar theoretisch noch im Aufstiegsrennen. „Das interessiert uns nicht so richtig. Wenn wir am Saisonende da stehen, wo wir jetzt stehen, bin ich sehr zufrieden.“
Durchaus amüsiert, aber auch mit Genugtuunug hat er verfolgt, was vor dem (abgesagten) Schalke-Spiel in der Gelsenkirchener Presse über die TSG stand – zum Beispiel dass S04 und TSG nach dem gemeinsamen Abstieg gleiche Möglichkeiten und Ambitionen hätten. „Das ist natürlich völlig überzogen“, sagt Balaika. „Aber wenn wir so wahrgenommen werden, zeigt das auch, dass wir als Verein in der letzten Zeit eine große Entwicklung gemacht haben.“ Ein angenehmer Gedanke für die TSG, der jetzt einige ruhige Wochen bevorstehen.

EIN NACHHOLTERMIN STEHT SCHON FEST

Für das Spiel bei Westfalia Herne gibt es bereits einen anvisierten Nachholtermin: Wahrscheinlich werden die beiden sich am Samstag, 17. Februar gegenüberstehen. Das ist zwar das Wochenende des regulären Rückrundenauftakts – sowohl Herne als auch Sprockhövel haben da aber spielfrei.

Wann der komplett abgesagten Spieltag vom vergangenen Wochenende (unter anderem mit der Partie der TSG bei Schalke 04) nachgeholt wird, ist dagegen noch unklar.

 

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Philipp Ziser