Im ersten Auswärtsspiel der Saison muss sich die TSG Sprockhövel gegen den SV Hohenlimburg II mit einem 2:2-Unentschieden zufrieden geben, wobei die TSG aufgrund der mäßigen Leistung hier eher einen Punkt gewonnen, statt zwei verloren hat.

Schon am zweiten Spieltag stand das erste Spitzenspiel der Kreisligasaison 2016/2017 an: Nach dem 11:0-Sieg in der Vorwoche waren die Sprockhövelerinnen als Tabellenführer zum Zweiten nach Hagen gereist. Zwar war auch Trainer Domingos de Castro klar, dass die heutige Aufgabe nicht so leicht werden würde wie gegen die SpVg Hagen 11, doch die Ansage war trotzdem deutlich: Früh stören, schnell spielen und drei Punkte mit nach Hause nehmen.

Doch so einfach, wie sich die Devise anhörte, war es gar nicht. Nicht nur, dass die tropischen Temperaturen den Spielerinnen von Anfang an zu schaffen machten; auch hatte man das Gefühl, als wäre die TSG noch gar nicht im Spiel angekommen, als Torfrau Andrea Pluta das erste Mal hinter sich greifen musste. Nach einem langen Pass überlief die gegnerische Stürmerin die Sprockhöveler Defensive und legte den Ball quer zu ihrer Mitspielerin, die dann ungehindert das 1:0 für die Gastgeberinnen erzielen konnte (5.). Zwar gab die TSG nach dem Rückstand nicht auf, doch der wirkliche Weckruf blieb aus. Hohenlimburg störte früh und setzte die TSG unter Druck, sodass diese nicht wie gewohnt ihr Spiel aufbauen konnte.

Nach und nach fanden die TSG-Damen aber etwas besser ins Spiel und da der SV sich weitestgehend auf die Verteidigung beschränkte, war der Ausgleichstreffer durch Ailene Richter nach perfekter Ecke von Helen Wenz zu diesem Zeitpunkt absolut verdient (25.). Kurze Zeit später hätte es fast eine Wiederholung dieser Szene gegeben, doch der Ball segelte am Tor vorbei.

Auf der anderen Seite hatte Hohenlimburg eine gute Chance, wieder in Führung zu gehen, doch den halbherzigen Schuss fing Andrea Pluta ab und die beiden Mannschaften gingen mit einem Unentschieden in die Pause.

Der Trainer forderte in der Halbzeit deutlich mehr Einsatz von seiner Mannschaft, die jedoch schon nach den ersten 45 Minuten bedingt durch die hohen Temperaturen körperlich am Ende war.

Tatsächlich war auch nach dem Seitenwechsel nicht viel mehr von der TSG zu sehen; immer waren die Spielerinnen einen Moment zu spät am Ball und ließen sich insgesamt viel zu leicht ausspielen. Dazu kamen jede Menge Fehlpässe, denen sie dann hinterherlaufen mussten. Offensivaktionen waren weiterhin Mangelware, doch in der 60. Spielminute hämmerte Sofie Wenz den Ball nach Flanke von Carolin Terhorst mit einem schönen Schuss unter die Latte. Ob die 2:1-Führung für die Gäste zu diesem Zeitpunkt gerecht war oder nicht, interessierte bei der TSG niemanden, die drei Punkte waren in Reichweite.

Doch der SV kam immer öfter zu Chancen, einmal rettete die Latte, ansonsten Andrea Pluta. In der 75. Spielminute konnte allerdings auch die nichts mehr machen: Nach Positionswechseln innerhalb der Mannschaft wirkte die TSG noch konfuser als ohnehin schon und so erzielte die gegnerische Stürmerin nach einem Absprachefehler in der Sprockhöveler Defensive den Ausgleichstreffer.

Mit zunehmender Spielzeit wurde auch das Spiel härter; beide Mannschaften wollten den Sieg. Der Schiedsrichter versäumte es in dieser Phase, härter durchzugreifen, weshalb die sportliche Fairness leider des Öfteren auf der Strecke blieb.

Fast hätte am Ende des Tages doch noch die TSG gejubelt, doch dem Tor von Ailene Richter war ein Handspiel vorausgegangen, weshalb der Treffer korrekterweise nicht zählte. So mussten sich letztlich beide Mannschaften mit einem Punkt begnügen.

Zwar ist die Punkteteilung ärgerlich und weniger, als vor dem Spiel erwartet, doch aufgrund der heutigen Leistung und dem Spielverlauf ist das Unentschieden ein absolut gerechtes Ergebnis. Am kommenden Sonntag gegen die Wilde 13 muss die TSG sich dennoch deutlich steigern. Anstoß ist um 17 Uhr im Baumhof.

Aufstellung: Andrea Pluta, Angelina Streicher, Ailene Richter, Stephanie Filipczyk, Sofie Wenz (58. Katharina Schneider), Kathrin Powala (19. Amely van den Wildenberg), Vanessa Neise, Sabine Wittenbrink, Helen Wenz, Maren Ullerich (34. Karen Grote),

Tore: 1:0 (5.), 1:1 Ailene Richter (25.), 2:1 Sofie Wenz (60.), 2:2 (75.)

Carolin Terhorst