Sprockhövel. Gegen einen schlagbaren Gegner lieferte Fußball-Regionalligist TSG Sprockhövel eine mäßige Leistung ab. Vor allem das Umschaltspiel klappte nicht.

Auch mit ein bisschen Abstand ist er noch enttäuscht. Dass Fußball-Regionalligist TSG Sprockhövel im Auswärtsspiel gegen die U 23 von Schalke 04 am Samstag eine 0:2-Niederlage hinnehmen musste, hat Trainer Andrius Balaika noch nicht richtig verdaut.

„Ich hatte eigentlich ein Spiel auf Augenhöhe erwartet“, sagt der Litauer. „Defensiv haben wir es mit vielen Balleroberungen ja auch gut gemacht, leider hat aber das Umschalten auf Offensive überhaupt nicht funktioniert. Vor allem in den ersten 20 Minuten nicht.“

Die Sprockhöveler machen aktuell sicherlich auch einen Lernprozess durch. Die Spielweise, mit der sie vor allem in der Hinrunde in der Oberliga so sehr begeisterten, funktioniert in der Regionalliga nicht – oder nur bedingt. Im Auswärtsspiel gegen Rot-Weiss Ahlen wurde noch einmal mit extremem Pressing gespielt, vom gegnerischen Trainer gab es dafür auch viel Lob, doch am Ende stand eine 0:5-Niederlage.

Aus dem frühen Pressing ist jetzt in der Defensive eine Fünferkette geworden. Nur mit Hurra-Fußball geht es halt in der Regionalliga nicht, zudem gibt es bei der TSG zurzeit vielleicht auch ein mentales Problem. Die Mannschaft wirkt verunsichert, die Unbekümmertheit vergangener Tage ist weg, die Leichtigkeit fehlt.

Doch auch damit sind Gegentore, wie sie gegen Schalke fielen, nicht zu entschuldigen. So resultierte das erste Tor aus einer Ecke. „Da hat ja eigentlich jeder Spieler seine Aufgabe. Warum dann aber Schalke so unbedrängt zum Kopfball kam, kann ich nicht verstehen“, sagt Andrius Balaika, der auch für das 0:2 keine richtige Erklärung hatte.

Da startete nämlich Schalkes Tobias Pachonik an der Mittellinie ein Solo, das er ungehindert mit einem Tor abschloss. „So etwas darf nicht passieren“, übt Andrius Balaika dann auch ganz offen Kritik. „Und das hat dann auch nichts mit der Spielklasse zu tun, solche Fehler darf man sich auch in der Bezirksliga nicht erlauben. Ich bin mir sicher, mit Raoul Meister auf dem Platz wäre ein solches Tor nicht gefallen.“

Wahrscheinlich kann die TSG aber schon bald wieder auf die Unterstützung des Kapitäns setzen. Beim Spiel gegen Schalke saß Meister auf der Bank, und am Sonntag spielte er in der zweiten Mannschaft 90 Minuten durch. Gut möglich also, dass es am Sonntag im Heimspiel gegen die U 23 des 1. FC Köln ein Comeback gibt.

Aber natürlich darf man von Raoul Meister keine Wunderdinge erwarten. Dafür war die Pause einfach zu lang. „Er braucht Zeit“, sagt Andrius Balaika. „Aber er hilft uns schon, wenn er nur 70 Prozent seiner Leistung bringt.“

Heiner Wilms

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