Der 1. FC Köln überrollt die TSG Sprockhövel

Die kurze Sprockhöveler Erfolgsserie ist schon wieder Geschichte. Nach drei Spielen ohne Niederlage kassierte die TSG am Mittwochabend im Baumhof eine 0:5-Niederlage gegen die U23 des 1. FC Köln.

Beim Blick auf die Tabelle hatte man vor dem Spiel eigentlich ein bisschen Hoffnung, dass für die TSG gegen die Domstädter etwas möglich sein könnte. Denn die Kölner stehen ja auch tief im Keller.

So traten sie aber nicht auf. Ganz und gar nicht. Die Kölner schlugen im Baumhof ein Tempo an, das man so bisher von nur ganz wenigen Mannschaften gesehen hatte. Vor allem Co-Trainer Patrick Helmes trieb die Mannschaft immer wieder lautstark nach vorne, Chef-Trainer Stefan Emmerling übernahm dagegen den etwas leiseren Part.

Die Kölner entwickelten sofort enormen Druck und störten die Sprockhöveler extrem früh. Schon sehr zeitig wurde klar, dass den Gastgebern womöglich ein unerfreulicher Abend ins Haus stand.

Und schon nach sechs Minuten lag die TSG hinten. Über Anas Ouahim und Roman Prokoph kam der Ball zu Michael Klauß, der dann TSG-Torwart Robin Benz überwand.

Die Sprockhöveler bekamen im Mittelfeld überhaupt keinen Zugriff. In der ersten halben Stunde spielte nur eine Mannschaft, und das war der 1. FC Köln. TSG-Kapitän Raoul Meister musste dann im Deckungszentrum richtige Schwerstarbeit verrichten, um weitere ganz frühe Einschläge zu verhindern.

Das gelang aber nur bis zur 18. Minute. Nach einem Sprockhöveler Ballverlust schaltete Köln wieder ganz schnell um und kam durch Lukas Klünter zum zweiten Treffer. Die TSG wurde förmlich überrollt.

Erst spät startete die TSG selbst erste Offensivversuche. Und vielleicht wäre ja auch noch etwas drin gewesen, wenn nach einer Ecke von Tim Dudda Finn Heiserholt ins Netz und nicht an die Latte geköpft hätte.

TSG-Trainer Andrius Balaika stellte in der Pause zweimal um. Für Max Claus kam Hatim Bentaleb und für Finn Heiserholt Adrian Wasilewski. Beide hatten sich aber noch gar nicht richtig eingefügt, als Marco Ban nur vier Minuten nach Wiederanpfiff auf 3:0 erhöhte.

Das Spiel war damit praktisch schon entschieden. Sprockhövel mühte sich zwar, doch Köln erhöhte durch Michael Klauß (64.) und Jens Bauer (76.) sogar noch auf 5:0.

Es bleibt also dabei: Diese Regionalliga ist nicht auszurechnen. Denn warum die Domstädter bisher so wenig Punkte auf dem Konto haben, erschloss sich überhaupt nicht.

Tore: 0:1 Michael Klauß (6.), 0:2 Lukas Klünter (18.), 0:3 Marco Ban (49.), 0:4 Michael Klauß (64.), 0:5 Jens Bauer (76.).

TSG: Benz, Oberdorf, R. Meister, Budde, Gremme, Dudda, Heiserholt (46. A. Wasilewski), Cin (79. Dünnwald), Antwi-Adjej, März, Claus (46. Bentaleb).

Köln: Müller, Siemann, Hildebrandt, Prokoph (79. Ruzgis), Klauß, Popovic, Klauß, Klünter (77. Surek), Ouahim, Ban (72. Bauer) , Kusic.

Schiedsrichter: Tim Pelzer.

Zuschauer: 350.

Heiner Wilms

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0:5-Debakel: Sprockhövel bricht ein

Die TSG Sprockhövel musste in der Regionalliga West gegen die U21 des 1. FC Köln eine empfindliche 0:5-Klatsche über sich ergehen lassen.

Das war es bereits mit der Mini-Serie der TSG Sprockhövel: Immerhin konnte die Elf von Trainer Andrius Balaika die vergangenen drei Partien ohne Niederlage bestreiten und fünf Punkte sammeln. Zur Erinnerung: In den ersten zehn Begegnungen der Saison sammelte die Truppe aus dem südlichen Ruhrgebiet nur mickrige drei Punkte.

Vielleicht muss ich einsehen, dass einige meiner Spieler mit dem Druck nicht umgehen können.

Andrius Balaika (TSG Sprockhövel)

Und so hätte die TSG den Anschluss ans rettende Ufer im Spiel gegen die U21 des 1. FC Köln wieder herstellen können. Von diesem Vorhaben war zu Beginn allerdings wenig zu erkennen. Die Rheinländer starteten druckvoll und gingen bereits nach wenigen Minuten durch Milislav Popovic in Führung (7.). Auch im Anschluss konnte Sprockhövel in der heimischen GermanFLAVOURS Travel Arena nicht an die Form der letzten Spiele anknüpfen. Im Gegenteil – der „Effzeh“ legte nach: Ein simpler Doppelpass reichte aus, um die gesamte TSG-Defensive auszuhebeln, bevor Lukas Klünter Torhüter Robin Benz mit einem trockenen Abschluss keinerlei Abwehrchancen ermöglichte.

„Wir haben die erste Halbzeit komplett verpennt,“ brachte es Balaika nach dem Spiel treffend auf den Punkt. Ernüchternd, dass die TSG nur eine einzige Torchance in der ersten Halbzeit zu Stande brachte. Diese hatte es allerdings, in Form eines Lattenkopfballs, in sich. Mit einem 0:2-Rückstand ging es in die Pause. Und aus dieser kamen wiederrum die Domstädter besser raus. Roman Prokoph kam mit eben jener zweiten Silbe an den Ball und prüfte Benz, bevor es eine Minute später durch Marco Ban endgültig im Kasten der TSG klingelte. Wer dachte, Sprockhövel würde nun eine ähnliche Aufholjadt starten, wie gegen den SC Wiedenbrück, sah sich schnell eines Besseren belehrt. Denn eine Ecke von Klauß landete auf indirektem Wege im Tor der Männer vom Baumhof (64.).

Anschließend nahmen die Rheinländer das Tempo aus der Partie und ließen den Ball souverän durch die eigenen Reihen zirkulieren. Für das 0:5 reichte es dennoch: Der eingewechselte Jens Bauer stand im Rückraum völlig blank und ließ den zu bedauernden Benz keine Chance. Eine gute Sache hatte dieses Gegentor für die TSG: Es war das letzte. „Effzeh“-Trainer Stefan Emmerling war nach dem Sieg natürlich zufrieden: „Wir haben die Partie auf ungewohntem Untergrund richtig angenommen. Der Sieg war mit Blick auf die Tabelle sehr wichtig. Das wichtigeste war aber, dass wir diesmal auch defensiv gedacht haben und nicht nur offensiv gut aussehen wollten.“

Damit muss die Elf vom Baumhof einen empfindlichen Rückschlag verkraften – und das gegen einen Gegner, der im gleichen Tabellengefilde vorzufinden ist. Dementsprechend angeschlagen wirkte der TSG-Coach nach der Klatsche: „Wenn die Zuschauer nach 70 Minuten resigniert nach Hause gehen, sagt das doch alles aus. Vielleicht muss ich einsehen, dass einige meiner Spieler mit dem Druck nicht umgehen können. Wir haben schon einige Spiele verloren, aber so ein Auftritt, in diesem entscheidenden Spiel, ist einfach ernüchternd.“

Die Sprockhöveler müssen sich zumindest nicht an einen neuen Städtenamen gewöhnen, denn am kommenden Samstag (14 Uhr) gastiert die Balaika-Elf bei Viktoria Köln und Trainer Marco Antwerpen, der die 0:5-Pleite gegen den Lokalrivalen vor Ort beobachtete.

Pascal Biedenweg

http://www.reviersport.de/341206—rl-west-0-5-debakel-sprockhoevel-bricht.html