Die TSG Sprockhövel steht im Viertelfinale des Westfalenpokals. Der 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen den Landesligisten FSV Werdohl war allerdings alles andere als eine Ruhmestat. WAZ sprach mit Trainer Andrius Balaika.

Wenn ein Regionalligist gegen einen Landesligisten in die Verlängerung muss, dann spricht das nicht für einen souveränen Auftritt. Was sagen Sie denn zu diesem Spiel?

Balaika: Es hat ja nicht schlecht angefangen. Wir hatten uns ein frühes Tor vorgenommen, und dann haben wir bis zur neunten Minute gleich zwei Tore geschossen. Der Start war also gut, doch was danach passiert ist, war schon ein bisschen peinlich.

Was meinen Sie damit?

Unsere Leistung war stellenweise katastrophal schlecht, und für diese Leistung sind wir mit unserem Sieg am Ende ja sogar noch belohnt worden. Das geht eigentlich gar nicht. Wir sind von Werdohl zwischenzeitlich vorgeführt worden. Von einem Landesligisten also, und wir sind ja ein Regionalligist.

Ist der Gegner trotz aller Warnungen auf die leichte Schulter genommen worden?

Wenn es so war, dann habe ich dafür kein Verständnis. So kann man nicht auftreten.

Woran hat es denn in Werdohl konkret gefehlt?

Es hat an dem Willen gefehlt, dieses Spiel unbedingt zu gewinnen. Diesen Willen habe ich nur bei wenigen Spielern gesehen. Wir hatten diesmal zu viele Spieler in der Mannschaft, bei denen ich das vermisst habe. So etwas verstehe ich nicht. Wenn ich Fußball spiele, dann will ich gewinnen. In der Meisterschaft, im Pokal, bei einem Freundschaftsspiel oder von mir aus auch auf dem Bolzplatz. Ich will immer gewinnen.

Eine rühmliche Ausnahme war diesmal aber sicher Christopher Antwi-Adjej, der ja alle drei Tore geschossen hat.

Das stimmt. Wir haben das Spiel letztlich wegen der individuellen Klasse eines einzelnen Spielers gewonnen. Und nur deshalb.

Antwi-Adjej ist zurzeit ja wieder in überragender Form. Auch schon in der Meisterschaft im Spiel gegen Rot-Weiss Essen ließ er nicht nur wegen seiner beiden Tore aufhorchen. Am Anfang der Saison war das aber noch nicht so. Sehen Sie das ähnlich?

Das mag sein. Vielleicht hat er es in den ersten Spielen zu oft allein versucht.

Im Pokal steht die TSG jetzt also im Viertelfinale, in der Meisterschaft aber seit Samstag wieder auf den letzten Platz.

Das ist für mich aktuell nicht so wichtig. Wichtig wird sein, dass wir aus den letzten drei Spielen vor der Winterpause noch Punkte holen.

Wird die TSG in der Winterpause in personeller Hinsicht aktiv?

Ja, auf jeden Fall. Wir werden Korrekturen am Kader vornehmen.

Welche Mannschaftsteile betrifft das?

Das gilt für alle Mannschaftsteile. Wir müssen auf jeden Fall noch etwas tun. Und wir brauchen Spieler, die sich reinhängen, die immer unbedingt gewinnen wollen. Denn solche Spieler haben uns im Pokalspiel gegen den FSV Werdohl eindeutig gefehlt.

Heiner Wilms

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